FAQ für Führungskräfte

socialmentoring ist eine beiderseitige Lernsituation!
Der/die Mentee lernt von der Führungskraft, die Führungskraft lernt von dem/der Mentee.

So wie gute Lehrende immer auch von Ihren SchülerInnen lernen.
Und gute ÄrztInnen von ihren PatientInnen.
Und eben gute MentorInnen von ihren Mentees.

Der Schlüssel dazu ist

  • auf Augenhöhe zu agieren und nicht hierarchisch,
  • zuzuhören anstatt alles besser zu wissen,
  • den Fokus auf die Gesamtsituation zu legen, anstatt nur an und mit den Symptomen zu arbeiten,
  • Vertrauen zu erzeugen, Empathie zu entwickeln und offen zu sein für neue & bereichernde Erfahrungen.

Mit welchen Mentees werde ich zusammenarbeiten?

Die Mentees sind sozial & wirtschaftlich benachteiligte Personen; Menschen, die nach statistischer Definition als armutsgefährdet betrachtet werden. Konkret sind dies oft Alleinerziehende, WiedereinsteigerInnen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund oder anerkannte Flüchtlinge.
Sie sprechen Deutsch, haben Arbeitserlaubnis und eignen sich für den 1. Arbeitsmarkt. Oft befinden sie sich auch in einem Arbeitsverhältnis, sind dann allerdings prekär beschäftigt (sog. „Working Poor“).

Ganz wichtig: Die von uns ausgewählten Meentes haben starken Veränderungswillen, d.h. sie bringen die notwendige Energie und Zeit für ihre persönliche und berufliche Veränderung mit.

Wie erfolgt die Auswahl der Mentees und das Matching?

socialmentoring hat vielfältige Kooperationen mit Sozialorganisationen und Interessenvertretungen.
Die Auswahl der Mentees erfolgt mehrstufig. Zuerst schlägt die betreuende Institution geeignete Personen vor. Mit diesen führen wir in weiterer Folge persönliche Interviews. Dabei erheben wir auch Kriterien (Erwartungen, Restriktionen, Wünsche, Erfahrungen), die in weiterer Folge dem Matching-Prozess (der Paarbildung „Führungskraft – Mentee“) dienen.

Wieso werden bewusst sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen als Mentees gewählt? Welcher besondere Nutzen ergibt sich daraus für die Führungskraft?

In aller Regel wird sich diese Situation für die Führungskraft als völlig neues, unbekanntes Umfeld darstellen. Sie ist also gefordert, sich mit neuen Rahmenbedingungen und Strukturen kreativ auseinanderzusetzen, sich in fordernden Krisensituationen zu bewähren, flexibel situationsadäquat zu agieren, neue Erfolgsmuster durch sorgsames Ausprobieren bzw. Experimentieren zu entwickeln und v.a. zu lernen, dass Menschen immer mehr Potenziale mitbringen, als man zumeist glaubt.
Die Führungskraft ist hier also außerhalb ihrer Komfortzone gefordert. Wie wir aus der modernen Hirnforschung wissen, lernen Menschen nicht so sehr aus der bloßen Anhäufung von Sachwissen, sondern wird der Lerneffekt durch eigene Erlebnisse und Erfahrungen wesentlich verstärkt.
Die Konfrontation mit einer zumeist sehr verschiedenen Lebens- und Wertewelt auf Mentee-Seite fördert die Selbstreflexion. Und zudem zeigt die Erfahrung, dass es äußerst erfüllend und sinnspendend sein kann, einem anderen Menschen zu helfen.

Kann es passieren, dass durch mein Wirken die Situation meines/meiner Mentee schlechter anstatt besser wird?

In der Regel wird dies nicht passieren.
Erstens ist der/die Mentee absolut selbstverantwortungsfähig und trifft seine/ihre Entscheidungen selbst!
Zweitens begleiten wir die Mentees parallel mit Reflexion, Supervision und Workshops zur Professionalisierung des Bewerbungsprozesses.
Ihre Aufgabe als Führungskraft besteht im Fördern und Begleiten ihres/ihrer Mentee.
Sie helfen dabei, Stärken zu entdecken, Kompetenzen zu entwickeln und zu fördern, Job-Ziele und Maßnahmen zur Zielerreichung zu definieren und begleiten ein Stück weit den Umsetzungsprozess. Ihre Verantwortung liegt also in den Leistungen eines Beraters/einer Beraterin, Coachs, eines Mentors /einer Mentorin, eines Begleiters und Förderers/einer Begleiterin und Förderin.
Als Führungskraft werden in diesem Training von Ihnen weder sozialarbeiterische noch psychotherapeutische Kenntnisse verlangt.

Habe ich mein Ziel verfehlt, wenn mein/e Mentee zum Trainingsende noch keinen existenzsichernden Job gefunden hat?

Nein. Das richtige Maß für die Qualität Ihrer Arbeit wird anders bemessen:
Realistischerweise ist in vielen Fällen nicht erwartbar, dass der/die Mentee in den Monaten Ihrer Zusammenarbeit auch bereits den angestrebten Job erlangt. Die Qualität Ihrer Arbeit besteht darin, die Entwicklung Ihres/Ihrer Mentee derart zu fördern, dass er/sie sich auf einem guten Weg befindet, in weiterer Folge (selbstständig) einen existenzsichernden Job zu erlangen.
Wichtige Ziele haben Sie erreicht, wenn es Ihnen gelungen ist, das Selbstvertrauen Ihres/Ihrer Mentee zu stärken und ihn/sie bei seinen/ihren ersten Schritten auf dem Weg zum neuem Job zu begleiten.

Was passiert, wenn die Zusammenarbeit zwischen Mentee und mir nicht funktioniert?

Wir versuchen mit mehreren Maßnahmen sicherzustellen, dass die Zusammenarbeit von Führungskraft und Mentee produktiv und dauerhaft sein kann. Es sind dies:

  • die mehrstufige Vorselektion sowohl auf Mentee- als auch auf Führungskräfte-Seite,
  • der Matching-Prozess,
  • die Impulsschulung vor dem 1. Arbeitstreffen,
  • die begleitenden Supervisionen und Coachings,
  • unsere parallele Betreuung der Mentees sowie
  • die jederzeitige Kontaktbereitschaft unserer ExpertInnen.

Trotzdem kann nicht zu 100% ausgeschlossen werden, dass die Zusammenarbeit ein vorzeitiges Ende findet.
In diesem Fall werden wir in Absprache mit Ihnen (und dem/der Mentee) situativ flexibel die beste Lösung wählen. Sollte dies ganz am Anfang passieren, würden wir versuchen, einen/eine andere/n Mentee für Sie zu finden. Es könnte auch eine Lösung sein, im nächsten Trainingsdurchgang neuerlich teilzunehmen.

Werden die Mentees ebenfalls durch ExpertInnen von socialmentoring betreut?

Ja. Wir betreuen die Mentees in ähnlichen Strukturen wie auch die Führungskräfte.
Am Beginn steht ein Impuls-Workshop und während der Laufzeit gibt es Supervisionen, Workshops und kollegiale Beratung in Peer-Groups.

Was passiert mit der Beziehung zwischen Führungskraft und Mentee nach dem offiziellen Ende des Trainingsprogramms?

Das Ende des Trainings ist gleichzeitig das offizielle Ende der Mentorschaft.
In vielen Fällen lebt die Beziehung – zumindest auf bestimmte Zeit – auf privater Basis weiter.
Das Trainingsende bedeutet das Ende des Commitments, das Sie sich gegenseitig für die Trainingsdauer gegeben haben. Gleichzeitig beenden wir seitens socialmentoring auch die Begleitung Ihrer Beziehung durch unsere ExpertInnen.
Wie und in welcher Form Sie Ihre Beziehung mit ihrem/ihrer Mentee weiterführen, entscheiden Sie in kollegialer oder freundschaftlicher Form selbstständig gemeinsam.

Get in Contact!

9 + 1 =

Das sagen unsere Führungskräfte

Wolfgang Scharl / Bildungsministerium
„Die Metapher der unterschiedlichen Landkarten, auf denen die Menschen agieren, ist für mich
ein neues Element im Zugang zu Menschen geworden.“

Andreas Leeb , Mondi
„Führungskompetenz für Mutige“

Martin Bauer, Bildungsministerium
„Wer andere führen will, muss sich selbst führen können. Das Schwierige dabei ist, dass die Selbstführungsstrategien meist nicht auf andere übertragbar sind. Wenn man das annehmen kann, führt man besser, als davor.“

Rudolf Kunschek, BIG
„Die Kombination aus Führungskräfteseminar und sozialer Verantwortung (Coachen des Mentees) in der Praxis ist ein geniales Konzept.“

Renate Weichselbraun, Führungskraft ANECON
"Ideales Duo: Führungskräfte-Training und soziale Verantwortung"

Susanne Lontzen, Public Affairs & Communications Director Coca Cola HBC
"...eine Win-Win Situation für alle Beteiligten!"

Ina Pfneiszl, Head of CSR & Corporate Communication Simacek Facility Management Group
"Leadership-Training bedeutet, die eigenen Handlungsmuster zu prüfen und damit vielfältige neue Ansätze für das Führungsverhalten zu gewinnen."

Alice Zambo, Projektleiterin REAKTIV Unternehmensgruppe
"Was socialmentoring© als Führungskräfte- Programm erfolgreich macht, ist die unmittelbare Anwendung und die persönliche Erfahrung."

Asiye Sel, AK Wien
„Ich konnte sehr viel darüber lernen, wie ich mich abgrenze, eine gute Balance zwischen erforderlicher Nähe und Distanz schaffen kann.“

Peter Frenzel, TAO
„Wenn man davon ausgeht, dass Führung im Wesentlichen darin besteht, vorhandene Potenziale in Können und dies weiter in Resultate überzuführen, bietet dieses Programm eine Fülle von Möglichkeiten, sich darin zu üben.“

Das sagen unsere Mentees

Sarah Zeller, Gründungs-Coach www.sarahzeller.at
„Das Programm hat so viel Potential, neue Perspektiven zu öffnen und Entwicklungen anzustoßen. Ich bedanke mich für die gute Zeit während der letzten 8 Monate.“

Judith Bönisch
„... mit der Mentorin eine Person an der Hand zu haben, mit der ich in den persönlichen Dialog gehen kann, die meinen Rücken stärkt und die an mich glaubt. Danach weiß ich, dass ich meinen Weg gehen werde.“

Andrea Lupert
„Für mich war das Gewinnbringendste, gemeinsam mit einem Menschen, der mich nicht kennt und deshalb nicht beeinflusst ist von mir, eine neue Perspektive zu entwickeln.“

Linda Damianik
„... großartige Verbindung zwischen sozialen und wirtschaftlichen Komponenten. Es hat mir für meine Idee ganz viel Klarheit gebracht... Es war neben der beruflichen v.a. eine sehr wertvolle menschliche Unterstützung.“

Sabine Bertassi
„socialmentoring hat mir geholfen, dass ich aus der Lage einer arbeitsuchenden Alleinerzieherin, die von der Gesellschaft oft als bedrohlich eingestuft wird, eine völlig neu Perspektive gesehen habe.“

Anna Femi-Mebarek
„Die Entwicklung, die man in dieser Zeit schaffen kann, ist enorm.“

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